Hinweise zur Versicherung Grundstück, private Haftpflicht, Hausrat...

Hinweise zur Versicherung Grundstück, private Haftpflicht, Hausrat...

Versicherungsschutz: nicht nur Vermietersache!

Immer wieder gibt es überraschungen - und nicht nur positive.

Immer wieder kommt es durch Schäden an der Bausubstanz oder durch Unachtsamkeit zu unvorhergesehenen Ereignissen. Um deren Folgen einzugrenzen, ist ein Schutz durch eine Versicherung notwendig. Doch nicht immer ist dies Sache des Vermieters. Bestimmte Risiken müssen Sie durch eine eigene Versicherung abdecken, andernfalls kann schon eine kleine Unvorsichtigkeit sehr teuer werden.

Um die finanziellen Folgen von unvorhergesehenen Ereignissen einzugrenzen, ist ein Vermieter per Gesetz verpflichtet, seine Gebäude und alle weiteren Bestandteile, die sich auf seinem Grundstück befinden, zu versichern. Dazu schließt er eine Gebäudeversicherung ab. Darüber hinaus ist er verpflichtet, eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht abzuschließen. Was ist nun im Rahmen dieser Versicherungen des Vermieters versichert?

Gebäudeversicherung

Wie bereits erwähnt, betrifft die Gebäudeversicherung Gebäude und deren Bestandteile, vor allem Anbauten, Garagen, Einfriedungen. Unter anderem gehören dazu auch Müllboxen und -behälter, Briefkastenanlagen und Beleuchtungen.

Welche Gefahren sind versichert?

  1. Feuerschäden, verursacht durch Brand, Blitzschlag oder Explosion:
    Hierbei ist zu bemerken, dass entsprechend den Versicherungsbedingungen Feuer als eine ,,Lichterscheinung" definiert ist, also als offene Flamme, Glühen oder Glimmen. Verschmort infolge eines Kurzschlusses eine Steckdose, so ist diese nicht als Feuerschaden versichert. Sengschäden gelten ebenfalls als nicht versichert.
  2. Leitungswasserschäden; dazu gehören:
    Nässeschäden am Gebäude durch bestimmungswidrigen Austritt von Leitungswasser. ,,Leitungswasser" umfasst Frischwasser, Abwasser, Wasser aus Heizungsanlagen und Waschmaschinen sowie Wasseraustritt aus innenliegenden Wasserabflußrohren.
    " Schäden durch Rohrbruch und Frost an Rohren und Leitungswasseranlagen; also an Rohren der Wasserversorgung (Zu- und Ableitungen, Warmwasser- und Dampfheizungsanlagen, Sprinkleranlagen u. a.).
  3. Sturm- u. Hagelschäden.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung reguliert Schäden, welche in der Regel durch Fahrlässigkeit gegenüber Dritten entstehen und wenn der Geschädigte Ansprüche geltend macht. Unbegründete Ansprüche werden durch den Versicherer abgewehrt, begründete Ansprüche werden reguliert.

Typische Schadensfälle sind hierbei:

  1. 1. Die Verletzung der Verkehrssicherungspflicht: zum Beispiel durch unterlassenes Streuen bei Glatteis oder unzureichende Beleuchtung, welche zu einem Personen- oder Sachschaden führt.
  2. 2. Sach- und Personenschäden des Mieters, die auf einen Mangel an der Mietsache zurückzuführen sind, wobei aber der Mieter zur vorherigen Mängelanzeige verpflichtet ist.
  3. 3. Ablösung von Gebäudeteilen bei nicht mangelhafter Unterhaltung des Gebäudes.

Reguliert der Vermieter alles?

Stellen Sie sich vor: Gut erholt kehren Sie von Ihrer Urlaubsreise zurück. Bereits auf der Treppe empfängt Sie Ihr "Untermieter" und offenbart Ihnen folgende Situation:

In der vorangegangenen Nacht sei Wasser von der Decke aus Ihrer darüberliegenden Wohnung in sein Kinderzimmer eingedrungen. Da es nacht schlafende Zeit war, bemerkte dies niemand. Erst als das Kind in seinem Bett heftig weinte, wurde die Situation offensichtlich: Durch feuchtete Decke, teilweise abgebröckelter Putz, der das Kind Ihres "Untermieters" verletzt hat, so dass es beim Arzt wegen einer Platzwunde versorgt werden musste, durch feuchtete Wand und letztlich eingeweichtes Federbett und Bettvorleger.

Hastig eilen Sie in Ihre Wohnung und entdecken die Bescherung: mit dem ersten Schritt in Ihren Flur holen Sie sich bereits nasse Füße. Der Fußboden in Flur, Bad und teilweise in der Stube steht unter Wasser. Die letzt jährige Urlaubstrophäe aus Tunesien, ein echter Berberteppich, wurde unfreiwillig eingeweicht und in Ihrem neu vorgerichteten Bad hängen die Tapeten von der Wand herunter

Schadensursache: Das Wasserrohr der Zuleitung zu Ihrem Elektroboiler im Bad ist geplatzt!

Wer reguliert nun was? Ist das alles Vermietersache? Nein!

Die Wohngebäudeversicherung reguliert die Schadensbeseitigung - die Reparaturkosten für das Wasserleitungsrohr sowie die in diesem Zusammenhang auftretenden Reparaturaufwendungen (z. B. Putzaufhacken).

Sie übernimmt auch die Kosten zur nachfolgenden malermäßigen Instandsetzung sowohl in Ihrer Wohnung als auch in der darunterliegenden. Ebenfalls die dort anfallenden Putzarbeiten.

Was sie nicht übernimmt, ist sowohl die Schadensregulierung an Ihrem eigenen Inventar als auch an dem Ihres "Untermieters".

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